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„Lamas sind wie Musketiere“

© Alexandra Gruber

Eine kleine Herde von Lamas lebt in Donnerskirchen im nördlichen Burgenland. Wanderungen mit den exotischen Tieren sind Erlebnis und Therapie zugleich.

„Ihr dürft sie am Hals und am Rücken streicheln, aber nicht im Gesicht“, erklärt uns Maria Theresia Striok, während sie Lama Pablo eine bunte Leine um den Hals legt. Die bodenständige Burgenländerin und ihr Mann Ewald besitzen eine Lamaherde und bieten seit einigen Jahren Wanderungen mit den Tieren für Interessierte an.

Wir vergraben unsere Hände in dem dichten, weichen Fell des Tieres. Pablo, der Chef der Herde, lässt es sich gefallen und schaut uns mit seinen großen und sanften Augen treuherzig an. Dann führen wir ihn und fünf weitere Lamas aus dem umzäunten Areal auf eine kleine Wiese gegenüber dem Haus. Normalerweise bewegen sich die Tiere frei auf einem drei Hektar großen Gelände.

© Alexandra Gruber

Lamas spucken nicht auf Menschen

Mit ihren mittlerweile zehn Lamas lebt das Ehepaar Maria Theresia und Ewald Striok im idyllischen Weindorf Donnerskirchen am Fuße des Leithagebirges. Vor zehn Jahren kauften sie sich drei Tiere bei einem Züchter in Kärnten. Eigentlich wollten sie nur drei Haustiere als Begleiter für private Spaziergänge erwerben. Doch die Exoten, die ursprünglich aus Südamerika kommen, erregten  immer wieder Interesse und Begeisterung bei anderen Ausflüglern. Schließlich boten die Strioks Lamawanderungen für Gruppen an. Nach und nach wurden zusätzliche Tiere angekauft.

„Lamas verhalten sich wie Kinder. Während den Wanderungen stupsen sie den Vordermann am Hintern oder ziehen ihn am Schwanz. Der andere spuckt wehrt sich irgendwann und spuckt. Aber sie spucken nicht gezielt auf Menschen und sie beißen nicht, sie sind völlig harmlos. Deshalb sind sie auch für Kinder so gut geeignet“, erzählt Frau Striok. Das milde pannonische Klima wiederum komme den Lamas sehr entgegen.

Kräuterwanderungen und Therapietiere

Lamas sind klassische Lasttiere, zum Reiten taugen sie hingegen nicht. Derzeit ist bei den Wanderungen eine Jause inkludiert, in Zukunft werden die Strioks aber auch Kräuterwanderungen und Therapiewanderungen mit den Lamas abhalten. Frau Striok hat bereits die nötigen Ausbildungen absolviert. Die vier Jungtiere bleiben meist noch zuhause, die sechs Älteren werden bei den Wanderungen von den Teilnehmern an der Leine durch Weinberge und Wälder geführt.

© Alexandra Gruber

Kuschelbär und Zirkuslama

„Trennen lassen sie sich nicht, sie gehen entweder gemeinsam oder gar nicht. Sie sind wie Musketiere“, sagt Frau Striok und streichelt das dicke, weiche Fell von Pablo.

Jedes ihrer Tiere habe einen sehr eigenständigen Charakter, erzählt sie. Da ist zum Beispiel der weißbraune Scheki, der besonders zutraulich und der erklärte Liebling der vierjährigen Enkelin Emilie ist. Die Kleine weicht ihm keine Minute von der Seite und umarmt immer wieder seinen weichen, langen Hals.  „Scheki und Emilie sind ganz dicke Freunde, sie sind gemeinsam aufgewachsen.“ Der temperamentvolle Speed wiederum halte sowohl seine Herde als auch die Strioks auf Trab. „Er stellt sich auf die Hinterbeine, wenn wir ihn füttern und reißt immer wieder aus, wenn wir nicht aufpassen. Er ist unser Zirkuslama.“

Tatsächlich verlässt Speed während unseres Besuches zweimal die Umzäunung und läuft davon, bis Frau Striok ihn wieder einfängt. Der Rest der Herde goutiert seine Fluchtversuche nicht und reagiert jedes Mal mit Unruhe, die Tiere springen hektisch herum oder legen die Ohren an. Einer für alle, alle für einen.

INFO: Wanderungen ab sechs Personen möglich, Termin auf Anfrage. www.lama-wanderungen.at

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